Welche Brillenglasbeschichtungen

Welche Brillenglasbeschichtungen sollte ich beim Brillenkauf in Betracht ziehen und warum? (AR-Beschichtung, Polarisierung, Bifokalglas, Selbsttönung)

Die Brillenglasbeschichtungen können die Leistung und das Aussehen Ihrer Brillengläser deutlich verbessern. Falls Sie auf der Suche nach einer neuen Brille sind, sollten Sie beim Kauf folgende Brillenglasbeschichtungen und Behandlungen berücksichtigen:

Polarisierte Gläser: empfehlenswert…

Bei einer Polarisation werden in einer bestimmten Richtung einfallende Lichtstrahlen durchgelassen, während aus dieser Richtung abweichende Strahlen zurückgehalten (d.h. ausgefiltert) werden. Die Farben wirken satter und konstrastreicher. Der einzige Nachteil: Displays, wie z.B. Handydisplays oder Navigationsgeräte, sind ebenfalls mit einem Polarisationsfilter ausgestattet. Dadurch kann es sein, dass sich die Filterfunktionen von Display und der Brille überschneiden, sodass sich der Bildschirm schlechter betrachten lässt. Polarisierende Brillen sind ebenso nicht empfehlenswert für Skifahrer.

Abbildung: Wie funktioniert Polarisation:

fence  – Filter, vertically polarized light wave – vertikal polarisierte Lichtwellen, horizontally polarized light wave – horizontal polarisierte Lichtwellen, light source – Lichtquelle,

Fence allows only vertical waves though. – Die Filterstruktur wird so aufgebaut, dass sie nur die senkrechten Lichtwellen durchlässt.

Aus unserer Sicht:

Like the fence, lenses of polarized sunglasses accept only vertical waves. – Genauso wie die Filterstruktur, auch die polarisierte Gläser lassen nur die senkrechten Lichtwellen durch.

Partially polarized light from scattering – Teilweise polarisiertes Licht von der Streuung.

Unpolarized natural light – unpolarisiertes Tageslicht

Only vertically polarized part of light allowed through – Nur senkrechte polarisierte Strahlung erlaubt

Antireflexbeschichtung: empfehlenswert.

 

Eine Antireflexbeschichtung (auch als AR-Beschichtung oder Entspiegelungsschicht bekannt) ist eine mikroskopisch dünne Mehrlagenschicht, die Reflexionen an der inneren und äußeren Oberfläche der Brillengläser verhindert. Die AR-Beschichtung verbessert die Lichtdurchlässigkeit durch die Gläser für Nachtfahrten und sie hilft bei der Reduzierung der Blendung bei hellem Sonnenlicht.

Die AR-Beschichtung wird für alle Brillengläser empfohlen, aber besonders für Polykarbonat- und High-Index-Brillengläser, die bei keiner Antireflex-Beschichtung mehr Licht als übliche Glas- oder Kunststofflinsen reflektieren.

 

Unten sehen Sie die AR-Beschichtung in der Praxis; links Brille ohne AR-Beschichtung, rechts mit der AR-Beschichtung.

Bifokalgläser: Es kommt darauf an.

Bifokalgläser ermöglichen ein deutliches Sehen im Fern- und im Nahbereich. Ein Bifokalglas besteht größtenteils aus dem Fernbereich, der dioptrische Wert, welcher für die Nähe erforderlich ist, wird dann durch eine kleinere Zusatzlinse im unteren Glasbereich erreicht. Eine Bifokalbrille ist sehr nützlich für alle, die sowohl Fernbrille, als auch Lesebrille brauchen und die zwischen den beiden nicht mehr wechseln wollen. Bifokalbrillen sind nicht ultra modisch, da sie eine sichtbare Trennlinie haben. Als Alternative empfehle ich deshalb eine Gleitsichtbrille. Allerdings kann es eine gewisse Eingewöhnungszeit für die Nutzer geben.

UV-Behandlung: empfehlenswert.

Eine weitere vorteilhafte Brillenglasbehandlung ist ein unsichtbarer Farbstoff, der ultraviolettes (UV) Licht blockiert. So wie Sonnencreme ihre Haut vor UV-Strahlen schützt, blockiert die UV-Schutzbehandlung für Brillengläser die gleichen Strahlen, die Ihre Augen beschädigen können. Ein 100 Prozent UV-Schutz ist bei Brillenglasmaterialien wie Polykarbonat und der meisten High-Index-Kunststoffe integriert, so dass keine zusätzliche Behandlung erforderlich ist.

Kratzfeste Beschichtung/ Anti-Fog-Beschichtung/ Anti-Staub-Schutzschicht: Es kommt darauf an.

Es handelt sich natürlich um drei verschiedene Beschichtungen, die Ihre Gläser vor Kratzer, Feuchtigkeit und Staub schützen. Sie sind empfehlenswert nur für nasse, schmutzige oder staubige Umgebungsbedingungen.

 

Links: Brille ohne kratzfeste Beschichtung. Rechts: mit kratzfester Beschichtung

 

 

Selbsttönung: weniger empfehlenswert:

Diese beliebte Art der Beschichtung, auch als Transitions bekannt, sorgt dafür, dass sich ihre Linsen automatisch dunkler verfärben je nachdem wie viel Sonnenlicht bzw. UV-Strahlen auf sie treffen, was ziemlich attraktiv klingt: Halten Sie sich in Räumen auf, bleiben die Gläser klar. Gehen Sie ins Freie, so verdunkeln Sie sich. Doch es gibt auch Nachteile. Die Abdunklung- und Aufhellungsgeschwindigkeit dauert manchmal ein bisschen länger. Dabei ist zu beachten, dass die Einfärbung ausschließlich durch direkte UV-Strahlung erfolgt. Im Auto färben sich die Gläser praktisch kaum, denn die Scheiben des Autos, obwohl glasklar, absorbieren den UV-Anteil bereits fast vollständig. Aus diesem Grund würde ich persönlich stattdessen eine klassische Sonnenbrille bevorzugen.

 

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